herzlich willkommen im Elternbereich von WUMM. Dass Sie hier sind, zeigt, wie feinfühlig Sie Ihr Kind auf seinem emotionalen Weg begleiten. Angst ist ein mächtiges Gefühl – besonders für Kinder. Sie kann sich wie eine unsichtbare, schwere Last anfühlen, die den Alltag überschattet.
Mit WUMM haben wir ein interaktives AR-Erlebnis geschaffen, das Kindern einen völlig neuen, angstfreien Zugang zu ihren eigenen Emotionen ermöglichen soll. Dieser kurze Ratgeber erklärt Ihnen die Methodik hinter der App und gibt Ihnen Orientierungshilfe, wenn die Ängste Ihres Kindes einmal tiefer sitzen.
Die App WUMM basiert auf modernen, spielerischen Ansätzen der Achtsamkeit, Co-Regulation und kognitiven Verhaltenstherapie. Wir begleiten Ihr Kind durch drei wesentliche Phasen der Angstbewältigung:
Das Gefühl benennen („Ich seh dich, Wumm“) In der Psychologie gilt: „Name it to tame it“ (Benenne es, um es zu zähmen). Indem das Kind die Angst nicht mehr als anonyme Bedrohung wahrnimmt, sondern sie im Charakter „Wumm“ personifiziert und direkt anspricht, verliert die Angst ihren Schrecken. Das Kind übernimmt wieder die aktive Kontrolle.
Körperliche Beruhigung (Die 3-3-4-Atemübung) Angst blockiert den Körper – der Herzschlag beschleunigt sich, die Atmung wird flach. Wumm zeigt dem Kind im AR-Modus, wie sein virtueller Bauch sich hebt und senkt. Durch dieses gemeinsame, visualisierte Atmen (Co-Regulation) wird das parasympathische Nervensystem des Kindes aktiviert: Der Puls sinkt, Entspannung setzt ein.
Vom Fluchtreflex zur Partnerschaft Wumm verwandelt sich im Laufe der Geschichte vom „Verfolger“ zum treuen Ritter und Beschützer. Ihr Kind lernt dadurch eine fundamentale Lebensweisheit: Angst ist kein Feind, den man bekämpfen muss, sondern ein wichtiger, manchmal etwas unbeholfener Begleiter, der uns eigentlich nur beschützen will.
Es ist völlig normal, dass Kinder in bestimmten Entwicklungsphasen Ängste entwickeln (z. B. Angst vor der Dunkelheit, vor Fremden oder Tieren). Diese „Entwicklungsängste“ vergehen meist von allein.
Sollten Sie jedoch bemerken, dass:
die Ängste Ihres Kindes über mehrere Wochen oder Monate anhalten,
Ihr Kind beginnt, alltägliche Situationen (Schule, Freunde, Spielplatz) aktiv zu vermeiden,
sich die Angst in körperlichen Symptomen wie häufigen Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen äußert,
oder Ihr Kind sich emotional stark zurückzieht,
dann benötigt Ihr Kind möglicherweise Unterstützung, die über ein Buch hinausgeht.
Validieren statt Herunterspielen: Sätze wie „Du brauchst doch keine Angst zu haben“ signalisieren dem Kind, dass sein Gefühl falsch ist. Besser ist: „Ich sehe, dass du gerade große Angst hast. Ich bin bei dir, wir schaffen das gemeinsam.“
Die Vermeidungs-Falle meiden: Wenn wir Kindern jede Situation abnehmen, vor der sie Angst haben, lernt ihr Gehirn: „Ich bin tatsächlich in Gefahr und kann das nicht alleine bewältigen.“ Begleiten Sie Ihr Kind lieber in kleinen, mutigen Schritten durch die Situation hindurch.
Selbstfürsorge: Kinder spüren die Anspannung ihrer Eltern. Je ruhiger und sicherer Sie auftreten, desto schneller kann sich das Nervensystem Ihres Kindes regulieren.
Wenn Sie sich Sorgen machen oder einfach das Gefühl haben, eine professionelle, neutrale Einschätzung zu benötigen, gibt es in Deutschland hervorragende, komplett kostenlose und anonyme Unterstützungsangebote. Wir haben für Sie drei besonders empfehlenswerte Adressen ausgewählt:
Die bke ist der offizielle Fachverband für Erziehungsberatung in Deutschland und bietet ein fantastisches, kostenloses Online-Portal an. Hier können Sie sich anonym von ausgebildeten Psychologinnen und Pädagogen per Mail, Einzel-Chat oder in moderierten Foren mit anderen Eltern beraten lassen.
Zielgruppe: Eltern, die unkomplizierte, professionelle Erziehungshilfe suchen.
Dieses Portal der Bundeszentrale bietet wissenschaftlich fundierte, leicht verständliche und herstellerunabhängige Fachartikel rund um das Aufwachsen von Kindern. Der Bereich „Ängste bei Kindern“ bietet einen tiefen Einblick in altersgerechte Ängste und zeigt auf, wie Eltern im Detail reagieren können.
Zielgruppe: Eltern, die sich tiefgehend und unabhängig über die psychologischen Hintergründe von Kinderängsten informieren möchten.
Manchmal tut es einfach gut, sofort mit einer echten Person zu sprechen, um Druck abzubauen. Das Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“ ist bundesweit komplett anonym und kostenlos vom Festnetz sowie Handy erreichbar. Hier erhalten Sie ein offenes Ohr und konkrete erste Beratungsschritte.
Zielgruppe: Eltern, die akute Entlastung, ein Gespräch oder regionale Kontaktadressen suchen.
Telefonnummer: 0800 111 0550 (Montags bis Freitags von 9-17 Uhr, Dienstags und Donnerstags bis 19 Uhr)